30.03.2019

Stormarnplatz - Umkleidehaus – aktuell

Den ganzen Monat März kam durch Presseberichte Bewegung in ein eigentlich schon abgeschlossenes Thema: die Umkleidekabinen auf dem Stormarnplatz.

Was war jetzt neu: der ATSV wurde in der Presse so dargestellt, dass er gar keine Umkleiden auf dem Stormarnplatz will, stattdessen lieber einen Sportpark mit 5 Fußballplätzen und Flutlicht, einer Dreifeldsporthalle und einer Skaterbahn.

Dementi: Der ATSV dementierte die Berichterstattung. Auf der Internetseite kann man folgendes lesen: "Die sanitären Anlagen im Bruno-Bröker-Haus sind völlig inakzeptabel und zu Recht kämpfen wir hier seit Jahren um eine Verbesserung. Ob daraus dann wirklich ein Projekt in der Größenordnung von 1,25 Mio. Euro entstehen musste, sei einmal dahingestellt. Dieses ist aber keine Entscheidung des ATSV, sondern der Politik, die sicherlich gute Gründe dafür hat. Der ATSV ist keinesfalls in dieses Projekt 'gedrängt' worden, sondern trägt es mit und begrüßt jedes Projekt zum Vorteil des Sports in Ahrensburg."

Dringlichkeitsantrag: Die SPD kündigte daraufhin einen Dringlichkeitsantrag für die Stadtverordnetenversammlung an, mit dem Bau des Sporthauses auf dem Stormarnplatz noch nicht zu beginnen, sondern den Beginn um drei Monate auszusetzen, um erst einmal über einen Sportpark in Beimoor Süd zu sprechen. Die SPD zog den Dringlichkeitsantrag in der Stadtverordnetenversammlung zurück, weil auch sie inzwischen erkannt hatte, dass das Umkleidehaus dringlich ist.

Zustand Duschen Bruno-Bröker-Haus: Momentan duschen die Sportler im BrunoBröker-Haus. Das Haus und die Duschen sind sanierungsbedürftig. Die Duschen sind aus den 1950er Jahren, spakig, schimmelig, teilweise kaputt und nicht reparabel. Es gibt keine getrennten Männer- und Frauenduschen, obwohl es inzwischen Männer- und Frauenmannschaften gibt. Viele Sportlerinnen und Sportler duschen daher lieber gar nicht oder ziehen sich draußen um, bevor sie diese Duschen nutzen.
Das ist kein Aushängeschild der Stadt und verträgt sich gar nicht mit dem Titel "sportfreundliche Kommune", den Ahrensburg führt.

Meinung der Sportvereine: In mehreren interfraktionellen Sitzungen mit den drei Sportvereinen, die den Stormarnplatz bespielen (ATSV, Roter Stern und FC), der Verwaltung und Vertretern aller Fraktionen haben die Sportvereine auf die Dringlichkeit der Änderung der Duschsituation hingewiesen.

Entscheidung Politik: Die Politik hat mehrheitlich für die große Lösung auf dem Stormarnplatz gestimmt (CDU, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke), FDP und WAB hätten eine kleinere Lösung bevorzugt, die SPD war gegen das Sporthaus.

Gab es andere mögliche Bauplätze: Es gibt nur ein vorhandenes Baufenster auf dem Stormarnplatz auf dem man schnell bauen kann. Dieses Baufenster wurde gewählt.Alternative Bauplätze hätten eine Änderung des Bebauungsplanes erfordert. Eine Änderung mit öffentlicher Auslegung hätte mindestens zwei Jahre gedauert.

Wieso sind die Kosten gestiegen: Einfach Container hinzustellen wäre für uns keine Lösung gewesen, da dann ebenfalls die Duschen fehlen würden. Duschcontainer mit Leitungsanschluss hätten auch 800.000 Euro gekostet. Es gab zudem Sonderwünsche: die Sportvereine, insbesondere auch der ATSV, wollten Sozialräume haben, die Verwaltung wollte zudem eine Trennung von Jugendarbeit im Bruno-Bröker-Haus und Sport im Sporthaus auf dem Stormarnplatz. Deshalb sollten auch die Lagerräume der Vereine in das Sporthaus umziehen, was dazu führte, dass zusätzlich eine Unterkellerung notwendig wurde.
Deshalb haben sich die Kosten seit der ersten Schätzung der Verwaltung bis zur ersten Schätzung einer Architektin von 800.000 Euro auf 1,25 Mio. Euro erhöht.

Wann kann mit dem Bau begonnen werden: Inzwischen ist der Haushalt der Stadt Ahrensburg vom Innenministerium in Kiel genehmigt worden. Dort sind auch die 1,25 Mio. für das Sporthaus auf dem Stormarnplatz enthalten. Die Verwaltung kann mit der Planung und Ausschreibung fortfahren.

Hat Sport auf dem Stormarnplatz eine Zukunft: Auf jeden Fall. Sport in der Mitte der Stadt steht für kurze Wege, gute Erreichbarkeit und im übertragenen Sinne steht Sport somit auch als zentraler Punkt mitten in der Gesellschaft. Für uns ist gut erreichbarer Sport mit niedrigschwelligen Möglichkeiten optimal.

Was ist, wenn Ahrensburg weiter wächst: wenn der Bedarf an Fußballplätzen steigt, ist es für uns die erste Priorität den Platz am Reeshoop wieder bespielbar zu machen. Die Verwaltung hat einen entsprechenden Prüfauftrag erhalten.

Was ist mit einer neuen Sporthalle: In der Tat werden die Hallenzeiten in den Schulsporthallen geringer, weil die Schule sich in den Nachmittag ausdehnt (Stichwort Offene Ganztagsschule). Platz für eine neue Halle muss in den nächsten Jahren gefunden werden. Ob das neben dem Badlantic oder nur in Beimoor Süd möglich ist, wird sich noch herausstellen.

Wann wird mit dem Bau einer neuen Sporthalle begonnen: In diesem Jahr stehen 2 Mio. Euro für Sportinvestitionen im Haushalt (Sporthaus auf dem Stormarnplatz und Leichtathletikanlage Reesenbüttel). Wir bekommen dann in diesem Jahr eine Kostenschätzung für den Fußballplatz Reeshoop. In den kommenden Jahren kommen noch Investitionen von 15-20 Mio. für den Neubau des Badlantic auf uns zu. Der Bau einer weiteren Dreifeldsporthalle darf nicht zeitgleich mit dem Badlantic erfolgen.

Was ist das Problem mit Beimoor Süd: Aus unserer Sicht ist es vor allem ein verkehrstechnisches Problem bei der Überquerung der Lübecker Straße / des Ostringes. Diese Straße wird von Kindern alleine kaum zu überqueren sein. Hier werden Eltern zu Helikopter-Eltern werden müssen, selbst wenn sie es nicht wollen. Deshalb haben für uns Sportplätze im erschlossenen Stadtgebiet Priorität vor einem Sportpark im Gewerbegebiet.

Wofür stehen Bündnis 90 / Die Grünen in Sachen Sportstätten: Wir stehen für dezentrale Sportanlagen im ganzen Stadtgebiet, Sport gehört für uns auch in die Innenstadt, deshalb treten wir auch für einen dauerhaften Sportbetrieb auf dem Stormarnplatz ein. Wenn Ahrensburg weiter wächst und keine weiteren Alternativen sinnvoll sind, dann können wir uns durchaus auch eine Erschließung von Beimoor Süd als zusätzliche Sportstätte vorstellen.

Christian Schubbert
Sportpolitischer Sprecher von Bündnis 90 / Die Grünen Ahrensburg.

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