01.10.2009

Die Natur hat in Ahrensburg noch immer keine Lobby!

Das Gebiet „Erlenhof" in seiner jetzigen Form ist so gut wie verloren. Zum einen deshalb, weil Anträge, die mit demokratischer Abstimmung beschlossen werden, beim nächsten Mal wieder auf der Tagesordnung stehen, nur weil einigen das Ergebnis der ersten Abstimmung nicht gefällt. Wenn das das Demokratieverständnis der meisten Ahrensburger Stadtverordneten ist, dann läuft da irgendetwas falsch. Gelebte Demokratie beinhaltet auch, verlieren zu können und vor allem zu wissen, wann man verloren hat.

Selbstverständlich sind € 4 Mio. viel Geld. Aber an anderer Stelle wird es in vergleichbaren Höhen des Öfteren mal „rausgehauen", durchaus auch für Flächen, die dann ebenfalls brach liegen. Aber legen wir mal die nackten Fakten und Zahlen zur Seite; Geld ist nicht alles.

Die Zeiten ändern sich, wir leben in einer globalisierten Zeit. Die Verantwortung beginnt vor der Haustür, nicht weit weg auf anderen Kontinenten. Mit welcher Selbstverständlichkeit roden und bebauen wir, die Stadt Ahrensburg, unsere Grüngürtel?! Ein Blick auf die Karte reicht, bald ist Deutschlands gesamte Erdoberfläche mit Straßen und Siedlungen versiegelt. Ahrensburg ist da keine Ausnahme. Wir verurteilen die Asiaten, Afrikaner und Amerikaner, dass sie ohne Rücksicht auf Klima und die Umwelt ihre Wälder roden!? Gilt das für uns nicht? Wie mit einer Selbstverständlichkeit wird ohne Halten gebaut und vergrößert. Es wird immer mit dem Ruf nach Bedarf begründet. Wo ist denn der Bedarf? Es ist einzig und allein das Anspruchsverhalten der Menschen. Sind wir nicht unseren Großeltern und Eltern verpflichtet, ihr Erbe zu hegen zu pflegen und fortzusetzen? Bestehende Stadtstrukturen zu erhalten und nicht verfallen zu lassen!? Wieso muss es immer ein neues Haus auf neuem Boden sein? Am Ende haben wir innerhalb einiger Stadtgebiete (z. B. Teile Hagen, Ahrensburg West) zig leere Häuser / Grundstücke und überall am Stadtrand aber Gebiete mit jungen Familien, weit ab von Schulen, Bahnhöfen, der Innenstadt. Zuwenig Hort- und Krippenplätze für die Kinder, viel zu große Gruppen . Denn das Geld hat Ahrensburg in die besagten Neubaugebiete gesteckt. Die Eltern mit ihren Problemen werden allein gelassen.

So geht das auf Dauer nicht. Wir sollten uns erst mal mit den aktuellen Problemen beschäftigen und etwas zu Ende bringen (Buchenweg-Gebiet, Bau des Peter-Rantzau-Hauses, Ausbau Große Straße, Restaurierung und Instandsetzung der bestehenden Straßen, Rad- und Fußwegen.), bevor wir neue Projekte angehen.

Es ist an der Zeit umzudenken. Der Natur zu ihrem Recht verhelfen, ohne sie gäbe es uns nicht.

Nina Holers

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