Newsletter 11/2014 von Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg



Ein Kriegerdenkmal nur für Krieger?

 

Die Antwort lautet natürlich: nein. Aber was sagt die Inschrift über dieses Denkmal an der Kastanienallee? Inschriften wurden zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten aufgebracht: „Den gefallenen Söhne der Gemeinde Ahrensburg“ wurde nach dem I. Weltkrieg aufgebracht, nach dem II. Weltkrieg „zum Gedenken der Toten“ und in den 80er Jahren „den Opfern der Weltkriege und des Nationalsozialismus“. Dazu prangen die Jahreszahlen 1914 – 1918 und 1939 – 1945 auf dem Stein.

Dem Runden Tisch Ahrensburg für Zivilcourage ist aufgefallen, dass hier eine wichtige Gruppe aus dem Gedenken ausgenommen wird: was ist mit den Opfern der NS-Gewaltherrschaft vor dem Krieg also im Zeitraum von 1933 – 1939? Was ist mit den in diesem Zeitraum politisch Verfolgten? Was ist mit Juden, Homosexuellen, Gewerkschaftern, Christen und Euthanasieopfern? Für viele begann die Verfolgung durch staatliche Gewalt schon im Jahr 1933.

Diese Opfer sollten durch die Inschrift der 80er Jahre auch eingeschlossen werden, aber die Jahreszahlen wurden nicht geändert. Ist das eine Banalität? Für die Betroffenen nicht.

Der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss hat sich auf Antrag der Grünen dieses Themas angenommen. Alle waren sich einig darüber, dass eine minimale Änderung hier eine große Wirkung haben kann: Durch Einfügung der Jahreszahl 1933 – vor 1939 – 1945 kann die ungewollte inhaltliche Ausgrenzung einzelner Gruppen geheilt werden. Gleichzeitig wurde auch beschlossen, dass die Bezeichnung „Kriegerdenkmal“, in „Mahnmal“ geändert wird. Damit wird das Denkmal in die heutige Zeit überführt: als Mahnmal gegen den Krieg und gegen Gewaltherrschaft.

Mit seiner einstimmigen Entscheidung hat der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss ein Signal gegen Ausgrenzung und für Verständigung gesendet. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für die sachliche und dem Thema angemessene Debatte.

Die Änderungen sollen jetzt kurzfristig durchgeführt werden – somit können diese schon zum einen beim Gang des Erinnerns am 9. November als auch beim Volkstrauertag am 16. November, der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

Christian Schubbert

Bündnis 90 / Die Grünen

Vorsitzender des Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses

 

 

„Ahrensburger diskutieren über ihren neuen Luxus-Radweg.“

 

Mit großem Interesse las ich den Bericht im Hamburger Abendblatt über sogenannte Luxusradwege in Ahrensburg.

Als Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer ist mir in Ahrensburg schon viel begegnet, allerdings kein Luxusradweg. Allerdings zig Km das genaue Gegenteil, nämliche Radwege die unbefahrbar sind und für die Benutzer lebensgefährlich sind. Nach vielen Jahren Vernachlässigung des Radverkehrs hat man sich jetzt zumindest auf einige Mindeststandards geeinigt.

Standards was zum Beispiel die die Beschaffenheit der Fahrbahn und die Farbe betrifft. Die Mindestbreite wird sowieso durch entsprechende gesetzliche Regelwerke festgelegt.

 

Die Politik Ahrensburg hat sich durch den Masterplan Verkehr und das darin enthaltende Radverkehrskonzept auch verpflichtet dem nachzukommen. Die immer wieder beschworenen Verkehrs und Parkplatzprobleme in Ahrensburg können nur in Verbindung mit der Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV gelöst werden. Das sagen alle (!) von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten. Jeder der in Ahrensburg Rad fährt, macht einen Parkplatz frei und seinen Platz im Stau. Jeder dieser Radfahrer sorgt zudem für saubere Luft und weniger Lärm in Ahrensburg.

 

Jeder von uns weiß sicher selber, dass man nicht immer aus Vernunft handelt, sondern auch manchmal Bequemlichkeit, Komfort und ähnliches über sein Handeln entscheidet. Deshalb müssen diese Dinge auch verbessert werden, wenn wir Menschen aus dem Auto aufs Rad oder in den Bus bekommen wollen. Bei den Bussen haben wir in Ahrensburg höhere Standards in Punkten der Ausstattung und Taktfrequenzen, als in anderen Orten in Stormarn, auch das kostet Geld, welches wir Politiker aus dem Stadtsäckel bereitstellen.

 

Diese höheren Standards sollen eben auch auf einigen wenigen Velorouten in Ahrensburg gelten. Diese Routen sind dafür gedacht bestimmte Zielverkehre zu bündeln. Zielverkehre aus den Außenbereichen in die Stadt und zu den Bahnhöfen. Das sollen schnelle, konfliktfreie aber auch komfortable Routen werden (Wer fährt schon gerne durch Pfützen im Anzug, wenn er auf dem Weg zur Arbeit ist?)

 

Zu den Kosten: Das Geld das in Ahrensburg für den Radverkehr aufgewendet wird, ist verschwindend gering im Gegensatz im Vergleich zu dem was für den motorisierten Individualverkehr aufgewendet wird. Und wir wissen ja auch, in welchem schlechten Zustand einige Straßen in Ahrensburg sind. Es gibt ja nicht wenige, die immer noch von Umgehungstraßen träumen. Ein kurzer Vergleich, eine Südtangente würde in etwa so viel kosten, wie Ahrensburg in 200 Jahren für den gesamten Radverkehr ausgeben würde.

Einfach mal um die Dimensionen aufzuzeigen.

 

Zur  Breite der Radwege: Kritisiert wurde jetzt ein 2,5 m breiter Radweg im Zweirichtungsverkehr, oder die Gesamtbreite von 4,50 Meter für beide Wege.

Ich wohne in der Theodor Storm Straße, auf beiden Seiten der Straße gibt es Parkbuchten von ca. 2 Meter Breite. Also 4 Meter Breite öffentlicher Raum, der dann und wann mal von einem Fahrzeug beparkt wird. Mir ist bisher keine einzige Klage bezüglich der Bereitstellung von Parkraum zugetragen worden. Öffentlicher Raum, der verkehrssicher gehalten werden muss, gesäubert werden muss, der versiegelt ist, wo das Oberflächenwasser entsorgt werden muss etc… .   Also in etwa die gleichen Kosten die für den Weg  im Katzenbuckel anfallen. 

Und hier wird sich jetzt über die Breite eines Weg beschwert, der Kindern einen sicheren Schulweg bietet, eine sichere, beleuchtete Querung Ahrensburgs gewährleistet.

 

Erst wenn wir verstehen, dass Radverkehr eben nicht nur die fröhliche Radtour am Wochenende ist, sondern eben auch zum Einkaufen fahren, der Weg zu Arbeit, der Weg zum Kunden bedeutet, erkennen wir den  Mehrwert des Radfahrens. Und zwar Mehrwert für alle Ahrensburger, auch für die Geschäftsleute und das Gewerbe in Ahrensburg.

 

Jörg Hansen

 

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